Überprüfung der UID-Nummer

In den Programmen BEST*FIBU (Buchhaltung und Vorsteuerrückerstattung) und BEST*FAKT (Auftragsbearbeitung) werden UID-Nummern zuerst auf formale Korrektheit überprüft. Ist die UID-Nummer formal korrekt, wird sie über den Webdienst bei FinanzOnline im qualifizierten Stufe 2 Verfahren überprüft. 

Im Programm wird Ihnen die von FinanzOnline gelieferte Antwort angezeigt:

  • Gültigkeit der UID-Nummer
  • Namen der UID-Nummer
  • Adresse der UID-Nummer
  • Referenz ID

Die ausgedruckte Bestätigung gilt als Beleg und ist gemäß § 132 BAO aufzubewahren.

Wofür Sie eine UID benötigen

Angabe der UID des inländischen Leistungsempfängers auf Rechnungen über € 10.000,-- ab 1. Juli 2006 (wird im Programm BEST*FAKT immer ausgegeben)

Das Umsatzsteuergesetz 1994, BGBl. Nr. 663/1994, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 180/2004, wird wie folgt geändert:

1a. § 11 Abs. 1 Z 2 lautet:

„2. den Namen und die Anschrift des Abnehmers der Lieferung oder des Empfängers der sonstigen Leistung. Bei Rechnungen, deren Gesamtbetrag 10 000 Euro übersteigt, ist weiters die dem Leistungsempfänger vom Finanzamt erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer anzugeben, wenn der leistende Unternehmer im Inland einen Wohnsitz (Sitz), seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder eine Betriebsstätte hat und der Umsatz an einen anderen Unternehmer für dessen Unternehmen ausgeführt wird;“

Die Bestätigung von österreichischen UID-Nummern ist im UID-Büro des BMF nicht vorgesehen. Einfache Bestätigungen (Stufe 1) von österreichischen UID-Nummern können über den EU-Server (http://ec.europa.eu/taxation_customs/vies/vieshome.do?selectedLanguage=EN) bzw. über FinanzOnline durchgeführt werden. Seit Dezember 2008 ist das qualifizierte Bestätigungsverfahren (Stufe 2) für österreichische UID-Nummern sowie für UID-Nummern anderer Mitgliedstaaten auch über FinanzOnline durchführbar.

 

Die UID hat bei Geschäftsbeziehungen innerhalb der EU (Binnenmarkt) folgende Bedeutung. Sie ist dann notwendig, wenn Sie als Unternehmer Waren in ein anderes Land der EU liefern oder Waren aus einem anderen Mitgliedsstaat erwerben.

Mit der Angabe einer UID gibt der Abnehmer zu erkennen, dass er steuerfrei einkaufen will, und der Erwerb in einem anderen Mitgliedstaat der Besteuerung unterliegt. Zum Beispiel bestimmt bei Vermittlungs- und Beförderungsleistungen die Verwendung einer bestimmten UID des Leistungsempfängers auch den Ort der Leistung.

Bitte erkunden Sie sich rechtzeitig über die UID sowie Firma, Name und Anschrift Ihrer EU-Geschäftspartner - vor allem dann, wenn Sie längerfristige Geschäftsbeziehungen eingehen wollen.

Nennen auch Sie Ihrem EU-Geschäftspartner neben Ihrer UID immer Ihre Firmendaten laut derzeitiger Registrierung bei Ihrem Finanzamt. Bitte achten Sie dabei stets darauf, dass diese Daten (Name, Firma, Anschrift) mit den im UID-Vergabebescheid ausgewiesenen Angaben voll identisch sind. Kontrollieren Sie deshalb auch die Daten Ihres Bescheides sofort nach Erhalt und teilen Sie eventuelle Schreibfehler oder Unrichtigkeiten Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt umgehend mit.

Der Grund: Ihre UID ist in der UID-Datenbank der österreichischen Finanzverwaltung mit Namen und Anschrift Ihres Umsatzsteuer-Abgabenkontos verbunden. Änderungen im Namen, Firmenwortlaut oder in der Anschrift sind unverzüglich Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt bekannt zu geben.

Weichen die Daten, die Sie Ihrem Geschäftspartner mitgeteilt haben, von den Daten Ihres Umsatzsteuer-Abgabenkontos ab, wird Ihr Lieferer aus einem anderen Mitgliedstaat keine Gültigkeitsbestätigung nach Stufe 2 erhalten können, wenn er Ihre UID überprüfen lässt. Mit der Gültigkeitsbestätigung kann die Unternehmereigenschaft Ihres Geschäftspartners nachgewiesen werden, was wiederum eine der Voraussetzungen für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung ist.

Über die vom Finanzamt durchgeführte Berichtigung bzw. Änderung von Name und Anschrift ergeht kein neuerlicher Bescheid. Die durchgeführte Änderung ist für Sie aus der nächsten Zusendung eines Poststückes durch das Bundesrechenzentrum (Kontonachrichten, Buchungsmitteilungen, Bescheide, etc.) ersichtlich.

Ein Aufdruck der UID und der aktuellen Firmendaten auf den Geschäftspapieren bewahrt vor Irrtümern und Fehlern.

Die UID gilt nur für den unternehmerischen Bereich. Erwirbt ein Privater Waren in einem anderen Mitgliedstaat - etwa im Rahmen einer Auslandsreise -, so benötigt er keine UID. Er darf sie auch nicht vorweisen, wenn er zwar als Unternehmer über eine UID verfügt, aber die Waren privat erwirbt. Die Waren bleiben mit der ausländischen Umsatzsteuer belastet ("Ursprungslandprinzip").

Jede UID besteht aus einem zweistelligen Länderkennzeichen sowie 8-12 weiteren Stellen:

EU-Mitglied­staat Länder­kenn­zeichen weitere Stellen Beispiel
Belgien BE 10 Stellen* BE0123456789
Deutsch­land DE 9 Stellen DE123456789
Dänemark DK 8 Stellen DK12345678
Finnland FI 8 Stellen FI12345678
Frankreich FR 11 Stellen FR12345678901
Griechen­land EL 9 Stellen EL123456789
Irland IE 8 Stellen* IE1A34567B
Italien IT 11 Stellen IT12345678901
Luxemburg LU 8 Stellen LU12345678
Nieder­lande NL 12 Stellen* NL123456789B12
Österreich AT U und 8 Stellen ATU12345678
Portugal PT 9 Stellen PT123456789
Schweden SE 12 Stellen SE123456789012
Spanien ES 9 Stellen* ESA23456789
Vereinigtes Königreich GB 5,
9 (bis 12) Stellen
GB12345,
GB123456789
Estland EE 9 Stellen EE123456789
Lettland LV 11 Stellen LV12345678901
Litauen LT 9 (bis 12) Stellen LT123456789
Malta MT 8 Stellen MT12345678
Polen PL 10 Stellen PL1234567890
Slowakei SK 9 (bis 10) Stellen SK123456789(0)
Slowenien SI 8 Stellen SI12345678
Tschechien CZ 8 (bis 10) Stellen CZ12345678(90)
Ungarn HU 8 Stellen HU12345678
Zypern CY 9 Stellen CY12345678A
Bulgarien BG 9 (bis 10) Stellen BG123456789(0)
Rumänien RO 2 (bis 10) Stellen ohne Führungs­nullen RO12(34567890)
Kroatien HR 13 Stellen HR12345678901

* In den "weiteren Stellen" können auch Buchstaben enthalten sein.

Rechte und Pflichten, die mit der UID verbunden sind

  • Wenn sich der Erwerber mit einer gültigen UID ausweist, kann der Lieferer seine Waren im Binnenmarkt grundsätzlich steuerfrei in einen anderen EU-Mitgliedstaat liefern.
  • Durch den Umsatzsteuerrichtlinien-Wartungserlass 2013 ist es zu einer wesentlichen Änderung bei Inlandslieferungen gekommen. Auch wenn Sie Waren von einem österreichischen Unternehmen kaufen, müssen Sie überprüfen, ob die UID-Nummer noch gültig ist. Bisher war das nur bei einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung oder bei einem Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger (Reverse Charge) nötig.
  • Der Erwerber ist verpflichtet Erwerbsteuer gegenüber dem Finanzamt zu erklären.
  • Als Lieferer müssen Sie monatlich bzw. vierteljährlich (abhängig vom UVA-Meldezeitraum) eine Zusammenfassende Meldung über Ihre innergemeinschaftlichen Lieferungen elektronisch über FinanzOnline bzw. in Papierform (U13, U14) bei Ihrem Umsatzsteuer-Finanzamt abgeben.
  • Die Gültigkeit der Firmendaten eines Geschäftspartners können Sie in einem EU-weiten Bestätigungsverfahren überprüfen lassen.
  • Diese Anforderungen werden von den Programmen BEST*FIBU, BEST*FAKT mit dem UID-Modul und BEST*UID erfüllt.